TAGE ODER STUNDEN

Gespräch mit Marie-Josée Croze

Es war Ihr Wunsch, die Rolle der Cécile zu übernehmen. Wie ist es dazu gekommen?
So etwas habe ich noch nie vorher gemacht! Ein befreundeter Regieassistent (der bereits bei einem Film von Jean Becker mitgearbeitet hatte) erzählte mir von dem Projekt Tage oder Stunden, das ganz großartig sei und das ich unbedingt lesen müsse. Mein Agent fragte also bei Produzent Louis Becker nach dem Drehbuch. Ich war ab der ersten Seite ergriffen von der Geschichte. Und ich erinnere mich, dass mich die lange Szene mit dem Streit sehr beeindruckt hat ... Man ist nicht den Fernsehklischees verfallen, die oft meilenweit vom wirklichen Leben entfernt sind. Also habe ich mich mit Jean Becker getroffen, der mir sehr schnell Vertrauen schenkte und mir die Rolle gab.

War es manchmal schwierig, sein Vertrauen zu gewinnen?
Jean weiß sehr genau, was er will. Wenn es gut läuft, sagt er es dir, und wenn es nicht gut läuft, merkst du es auch sehr schnell. Er teilt seine Bedenken und Zweifel mit. Er täuscht niemanden. Er ist sehr aufrichtig und direkt. Er gibt einem das Gefühl, da zu sein, so dass man sich wohl fühlt. Ich persönlich fühlte mich wirklich unterstützt und das ist sehr beruhigend.

Die Figur der Cécile wirkt sehr feinsinnig, sehr zurückhaltend. Wie sehen Sie sie?
Sie und ihr Mann bilden ein liebendes, sehr auf einander bezogenes Paar. Sie kann kaum glauben, was mit ihnen passiert. Sie ist wie betäubt. Ich habe oft an die Beziehung von Marianne und Johan denken müssen aus dem Film Szenen einer Ehe von Ingmar Bergman.

Was bleibt bei Ihnen zurück von diesen Dreharbeiten?
Es war eine sehr glückliche Zeit: Ich war glücklich über die Zusammenarbeit mit einigen großartigen Theaterschauspielern und über die Möglichkeit, an diesem Film teilzuhaben, der für Jean Becker offensichtlich eine sehr große Bedeutung hat. Tage oder Stunden wirkt durch diese ergreifende Eindringlichkeit wie ein Hilfeschrei.

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