IT MIGHT GET LOUD
Jimmy Page (Led Zeppelin)
Jimmy Page ist einer der einflussreichsten Gitarristen, Songschreiber
und Produzenten in der Geschichte des Rock’n’Roll. Als Gründungsmitglied
von Led Zeppelin hat er den Gitarren-Rock-Sound entscheidend mitgeprägt.
Er wurde 1944 als James Patrick Page in Heston, Middlesex, geboren.
Das erste Mal nahm er mit zwölf Jahren eine Gitarre in die Hand,
und auch wenn er ein paar Stunden nahm, hat er sich das Gitarrespielen
weitestgehend selbst beigebracht. Er spielte in verschiedenen Bands,
bevor er öffentlich erstmals als Gitarrist von Neil Christian and
the Crusaders in Erscheinung trat.
1963 schrieb sich Jimmy Page beim Sutton Art College in Surrey ein,
um seine andere Leidenschaft zu verfolgen, die Malerei. Während
dieser Zeit trat er auch oft im Londoner Marquee Club auf. Hier saß er
eines Abends und wurde darauf angesprochen, als Gitarrist für Plattenaufnahmen
zu arbeiten. Danach verbreitete sich schnell, dass Page so gut wie alles
spielen könne, und er wurde mit weiteren Angeboten überhäuft,
u.a. von EMI und Decca. Seine erste Aufnahme für Decca war der Song „Diamonds“ von
Jet Harris und Tony Meehan, der es 1963 auf Nummer Eins der Single Charts
schaffte.
Während seiner Zeit als Studiomusiker stieg er als zweiter Lead-Gitarrist
neben Jeff Beck bei den Yardbirds ein. Nach Becks Ausstieg machte die
Band als Quartett weiter und nahm das Album „Little Games“ auf,
mit Page als alleinigem Lead- Gitarristen. In ihren Live-Auftritten wurde
die Band zunehmend experimentell.
Als sich die Yardbirds auflösten, schloss sich Page mit dem Sänger
Robert Plant, dem Schlagzeuger John Bonham und ,Multi-Instrumentalist’ John
Paul-Jones zu einer Band zusammen, die schon bald als Led Zeppelin bekannt
wurde.
Ihr Debut gaben Led Zeppelin im Oktober 1968 an der Universität
Surrey. Ihr erstes Album mit dem Titel „Led Zeppelin“ erschien
im Januar 1969, gleichzeitig tourten sie erstmals durch die USA. Der
Mix aus Blues, Folk, fernöstlichen Einflüssen und verzerrten
Verstärker-Klängen machten es zu einem Schlüsselalbum
der modernen Rockmusik. In ihrem ersten Jahr brachten Led Zeppelin jeweils
vier Touren in Großbritannien und den USA auf die Bühne und
schlossen ihr zweites Album „Led Zeppelin II“ ab, das ein
noch größerer Erfolg als das erste wurde, mit Nummer-Eins-Platzierungen
in Großbritannien und den USA. Als Live Band wurde Led Zeppelin
zu einem absoluten Must.
Als Produzent, Komponist und Gitarrist war Page eine der treibenden
Kräfte hinter dem Rock Sound dieser Zeit, mit seinem Markenzeichen,
der Gibson Les Paul Gitarre und dem Marshall-Verstärker. Er trug
zur Entwicklung der Fuzzbox (einem Sound-Effektgerät) bei, entwickelte
innovative Aufnahmetechniken, nahm z.B. Nebengeräusche mit auf und
nutzte Treppenabsätze als Schlagzeug. Hierfür wurde er schnell
ebenso bekannt wie für seine ausgefeilten Gitarren-Techniken. Er
arbeitete mit Geigenbögen, Flageolette, ließ fernöstliche
Klänge einfließen, spielte die Akkustik-Gitarre genauso wie
die Doppelhals-Gitarre, und schuf damit den typischen Led Zeppelin Sound,
der zum Vorbild für alle zukünftigen Rockbands wurde.
Nachdem sich Led Zeppelin 1980 auflösten, gründete Page diverse
andere Bands und trat 1983 bei den ARMS Konzerten zu Gunsten der Multiple
Sklerose Forschung auf, die von Ronnie Lane, dem Bassisten der Small
Faces, initiiert wurden, der selbst an MS erkrankt war. Er traf auf Paul
Rogers und gründete mit ihm gemeinsam The Firm, spielte Alben mit Ray
Harper und Graham Nash ein, veröffentlichte 1988 sein erstes
Solo-Album „Outrider“, arbeitete mit David Coverdale zusammen
und veröffentlichte ein Live-Album mit The Black Crowes.
Bei Robert Plants Projekt Honeydrippers spielte er die Lead-Gitarre,
und die beiden taten sich erneut für zwei weitere Alben und Touren
zusammen. Zudem traten sie gemeinsam für das MTV Special „Unledded“ auf,
das anlässlich des Albums „No Quarter“ entstand, einer
enorm erfolgreichen Compilation neu gemischter Led Zeppelin Stücke.
Seit 1990 arbeitet Jimmy Page an Remixes des gesamten Led Zeppelin
Song-Katalogs, an DVDs wie „How The West Was Won“, und dem extrem erfolgreichen
Album „Mothership“.
Derzeit engagierte sich Page für diverse Charity Projekte, darunter „Task
Brazil“ und „Action for Brazil’s Children Trust (ABC
Trust)“.
2007 traten die noch lebenden Mitglieder von Led Zeppelin gemeinsam
mit John Bonhams Sohn bei einem Wohltätigkeitskonzert in der Londoner
o2-Arena auf.
2008 wurde Jimmy Page von der Universität Surrey die Ehrendoktorwürde
für seine Verdienste um die Musikindustrie verliehen.
|