ALLEIN UNTER NACHBARN - LA COMUNIDAD
Die kompletten Texte können als Word-Datei (58 kb), oder als Infobroschüre im PDF-Format (4 mb) heruntergeladen werden. Eine detaillierte Beschreibung des Hauses und des Films, Stock für Stock, begleitet von seinem Hauptverwalter: Álex de la Iglesia Untergeschoß Wie schon Julia, Hauptfigur von ALLEIN UNTER NACHBARN - LA COMUNIDAD, ihren Kunden erklärt, verfügt das Gebäude zwar über keine Garage, dafür aber über ein solides Fundament. Über diesem Fundament erhebt sich ein fiktives Gebäude, das mit der ehrlichen Absicht errichtet wurde, den Zuschauer in einem Labyrinth mit filmischen Fallen zu fesseln. „Am Anfang empfand ich das Projekt als Herausforderung“, erklärt Álex de la Iglesia. „Vor einem Jahr sagte ich zu Andrés Vicente Gómez, dass ich in der Lage wäre, einen Thriller in einem einzigen Bühnenbild zu drehen. Es ging darum, ganz wenige Elemente zu benutzen, um zu einem überzeugenden Ergebnis zu gelangen. Je weniger Elemente, desto besser. Wir beide mögen diese Art von Geschichten, in denen es an einem einzigen Ort – einer alten Villa, einem Schloß, einem Theater - ein Verbrechen, ein Geheimnis, einen versteckten Schatz und viele Personen gibt. Ausgehend von dieser besonderen räumlichen und thematischen Prämisse, kann man den Film ALLEIN UNTER NACHBARN - LA COMUNIDAD nicht ganz dem Genre der schwarzen Komödie zuschreiben. „Es könnte tatsächlich ein absolut dramatischer Film sein. Er hat spannende, gruselige und actionreiche Momente. Tatsache ist aber auch, dass ich mich meiner unwiderstehlichen Leidenschaft für das Genre der Komödie nicht widersetzen kann. Ich denke, dass der Humor dem Drama Tiefe verleiht.“ Erdgeschoss ALLEIN UNTER NACHBARN - LA COMUNIDAD ist der erste Film des baskischen Regisseurs, in dem eine Frau die Hauptrolle übernimmt. „Wir waren nahe daran, den Film einfach ‚Julia’ zu nennen, nach der Hauptfigur, die von Carmen Maura gespielt wird. Eigentlich ist ALLEIN UNTER NACHBARN - LA COMUNIDAD die Geschichte einer Frau. Sie hält die Fäden der Story in der Hand, obwohl sie sich manchmal wie eine Schiffbrüchige auf einer Insel vorkommt, umgeben von Monstern.“ Ein bei Álex de la Iglesia immer wiederkehrendes Leitmotiv ist der Wahnsinn: Wahnsinn als abartiges Verhalten innerhalb eines noch verrückteren Umfeldes. „Die Nachbarschaft des Filmes ist nicht nur eine einfache Nachbargemeinschaft“, erläutert der Regisseur. „Sie vertritt all das, was uns umgibt. Wir alle sind Nachbarn. Wir alle sind bösartige und schäbige Wesen, bloß dass manche es zugeben und andere wiederum nicht.“ Erster Stock Bei ALLEIN UNTER NACHBARN - LA COMUNIDAD haben Andrés Vicente Gómez und Álex de la Iglesia zum vierten Mal zusammengearbeitet. Zuvor entstanden Der Tag der Bestie, Perdita Durango und Muerto de risa. Diese Arbeit stellt praktisch einen Wendepunkt beider Karrieren dar, besonders aber in der von Álex de la Iglesia. „Der Film unterscheidet sich von meinen vorherigen Arbeiten“, stellt
der Regisseur fest, „weil ich einerseits zum ersten Mal intensiv mit klassischen
Schauspielern, die ich schon immer bewundert habe, arbeiten durfte und
anderseits eine verdrehte Geschichte entfalten konnte, die sich in einem
sehr begrenzten Umfeld abspielt. Zwei Dinge, die ich schon immer einmal
machen wollte.“ Zweiter Stock Die Star-Besetzung von ALLEIN UNTER NACHBARN - LA COMUNIDAD schließt
neben der immer aufsehenerregenden Carmen Maura auch andere Stars ein:
Emilio Guttiérrez Caba, Sancho Gracia, Jesús Bonilla, Terele
Pávez, Kiti Manver, Enrique Villén, Paca Gabaldón
und María Asquerino sind allesamt Schauspieler, die auf eine lange
künstlerische Laufbahn zurückblicken können. Dazu kommen
noch Eduardo Antuña, Roberto Perdomo, Eduardo Gómez und
Ane Gabarain, die sich sehr bald von vielversprechenden Talenten zu glänzenden
Schauspielern entwickeln werden. „Es war schon immer mein Wunsch, mit
den klassischen spanischen Fernseh-, Theater- und Filmschauspielern zu
arbeiten“, erklärt Álex de la Iglesia, „durch sie bekommen
Dialoge andere Dimensionen, sie vervielfachen ihre Kraft, werden besser.
Die Schauspieler verfügen über ein reiches Innenleben und wissen,
es in ihrer Darstellung widerzuspiegeln. Hinter ihren Gesichtern verbergen
sich tausend Geschichten. Ich habe aus diesem Grund im Film viele Naheinstellungen
gedreht; ich habe das Bedürfnis verspürt, ihre Gesichter hervorzuheben.
Ich wollte unbedingt vermeiden, dass ein Detail ihrer Schauspielkunst
verloren geht und habe auch stets versucht, zuerst an die Schauspieler
zu denken. Bei vielen Szenen hat sich meine Arbeit als Regisseur darauf
beschränkt, die Intensität ihrer Darstellung zu erfassen. In
diesem Film glänzen die Darsteller, nicht ich.“ Dritter Stock Gedreht wurde im Zentrum Madrids in der Nähe der Puerta del Sol,
in einem alten Gebäude, das extra für den Film umgestaltet wurde.
„Das Gebäude stellt ein typisches älteres Madrider Mietshaus
dar: Von außen heruntergekommen und vernachlässigt, von innen
aber gut erhalten. Das Haus sollte eigentlich abgerissen werden. Wir haben
einen Fahrstuhl im Treppenzwischenraum eingebaut. Es freut mich sehr,
dass wir die Gelegenheit wahrgenommen und aus der beeindruckenden Kulisse
großen Nutzen gezogen haben.“ Vierter Stock Antonio Rodríguez „Mármol“ war für den Original-Ton
des Films zuständig. „Wir haben jenes Echo uralter, ranziger Häuser
bewahrt und haben es mit aktuelleren, moderneren Geräuschen gemischt.
Der Kontrast wirkt auf der Leinwand sehr gut“, versichert der Regisseur.
Fünfter Stock Die Schlußszenen des Films finden auf dem Dach des Gebäudes statt. Es folgen Szenen, in denen um die Wette gelaufen und gesprungen wird und wo riskante Kameraeinstellungen gewagt werden. „Ohne einen Vergleich ziehen zu wollen, haben wir versucht, eine Schlussszene wie bei North by Northwest von Hitchcock wieder zu erschaffen. Wir haben Carmen Maura von einer Ritterstatue hängen und Terele Pávez, so wie in Matrix, von einem Gebäude zum anderen springen lassen. Die digitale Bearbeitung bemerkt man nicht, daher weiß ich, dass sie gut ist“, versichert Álex de la Iglesia. Sechster Stock Obwohl der Regisseur und Drehbuchautor es nicht zugeben will, hat er sich von Anekdoten seiner Jugendzeit inspirieren lassen, um elementare Handlungseigenschaften von ALLEIN UNTER NACHBARN - LA COMUNIDAD zu schaffen. In einem der bedeutendsten Kapitel seines Romans „Payasos en la lavadora“ („Clowns in einer Waschmaschine“) beschreibt er das schmutzige und heruntergekommene Apartment von den Nachbarn seiner Mutter. „Ich konnte die Bekanntschaft von schauderhaften Nachbarn, wie zum Beispiel Müllsammlern, machen. Die Gestaltung der Dachwohnung des verstorbenen Millionärs basiert auf Fotos eines wirklich existierenden Apartments. Solche Zustände haben von je her eine unheimliche Faszination auf mich ausgeübt.“ Eines der wichtigsten Gegenstände im Film ist der mit Geld gefüllte Koffer, den die Hauptdarstellerin in ihrem verzweifelten Versuch den Nachbarn zu entkommen, durch die Gegend schleppt. „Wir haben Berechnungen durchgeführt und mussten erstaunt feststellen, dass es rein physisch unmöglich ist, 300 Millionen Peseten in alten 5000-Pesetenscheinen in einem einzigen Koffer zu verstauen. Diese Geldmenge würde ungefähr fünfzig Päckchen mit je 500 Geldscheinen ausmachen und man bräuchte mindestens drei bis vier große Koffer, um sie aufzubewahren. Uns ist zwar bewusst, dass es nicht richtig ist, die Realität auf diese Weise zu verfälschen, doch so ist nun mal das Kino.“ Dachwohnung Das Budget von ALLEIN UNTER NACHBARN - LA COMUNIDAD betrug 400 Millionen
Peseten (ca. 5. Millionen Mark).
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