KIRA
Interview
mit Ole Christian Madsen
Wie sind Sie auf die Idee für den Filmes gekommen?
Durch eigene Erfahrung und durch einige Erlebnisse und Beobachtungen von
anderen Beziehungen.
Die Filmcharaktere sind sehr komplex, sehr vielseitig. Wie haben Sie
sie entwickelt?
Ich habe sehr, sehr schnell am Skript gearbeitet, um die Charaktere in
Bezug auf die Schauspieler zu entwickeln. Ich wollte versuchen, eine Wahrhaftigkeit
zu erreichen - die Wahrheit eines Momentes. Wir suchten nach etwas anderem
hinter der dramatischen bzw. dramaturgischen Struktur. Dieser Film zeigt,
wie man für und um die Liebe kämpfen muss. Liebe kann wirklich
ein steiniger Weg sein - und der Film fragt, wie viel hält man eigentlich
aus?
Haben denn die Schauspieler auch improvisiert?
Ja, zum einen gab es das Skript und zum anderen die Improvisation. Als
wir dann aber den Film geschnitten haben - von 120 Stunden auf 93 Minuten
- blieben nur die Szenen aus dem Skript. Ich habe während der gesamten
Drehzeit an dem Skript gearbeitet - nachts habe ich das geschrieben, was
wir tags darauf improvisiert und gedreht haben.
Wie hat sich Stine Stengade (Kira) auf ihre Rolle vorbereitet?
Sie ging für einige Wochen in eine Psychiatrie. Ich schrieb bewusst
die Hauptrollen für diese beiden Schauspieler. Dabei hatte ich all
ihre Stärken und Schwächen im Kopf. Wir hatten schon zuvor für
eine aufwändige Filmproduktion miteinander gearbeitet, die allerdings
vollkommen anders war.
Wie lange hat es gedauert, den Film zu realisieren?
Wir haben sechs Wochen gedreht. Geschrieben habe ich den Film in zwei
Monaten, plus einen Monat Proben mit den Schauspielern.
Mit welcher Technik haben Sie den Film gedreht?
Hin und wieder mit zwei, aber meistens mit einer Digi-Beta-Handkamera.
Ich liebe es, unstrukturiert zu arbeiten. Ich wollte, dass der Kameramann
wie eine dritte, sehr neugierige Person in der Szene erscheint. Dies sollte
seine Rolle sein. Darüber hinaus wollte ich, dass jede abgeschlossene
Szene wie ein eigener vollendeter kleiner Film erscheint.
(Interview erschienen anlässlich des Regus Film Festival London,
2001)
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