INNOCENCE – ERSTE LIEBE - ZWEITE CHANCE

Biographien
 

Paul Cox: Autor, Regisseur und Co-Produzent
Paul Cox wurde am 16. April 1940 im niederländischen Venlo geboren, ließ sich aber in den 60er Jahren in Australien nieder.
Sein erster abendfüllender Spielfilm „Illuminations“ entstand 1974 und war gleichzeitig auch der Namensgeber für seiner Produktionsfirma. Erste größere Beachtung fand 1979 sein Film „Kostas“, der die Beziehung zwischen einem griechischen Einwanderer und einer Australierin der Mittelschicht thematisiert. Mit der charmanten romantischen Komödie „Lonely Hearts“, an der bereits Julia Blake mitwirkte, erlangte er 1982 auch international Anerkennung und wurde bei den „Australian Film Industry Awards“ mit dem Preis für den „Besten Film“ ausgezeichnet. Seitdem hat er sich zu einem der profiliertesten Filmemacher Australiens entwickelt, der inzwischen auf ein Oeuvre von über 25 Spiel- und Dokumentarfilmen zurückblicken kann und für diese eine Vielzahl von internationalen Auszeichnungen erhielt. Viele Festivals haben Paul Cox mit Werk-Retrospektiven und „tributes“ geehrt, so zeigte 1992 das Lincoln Center von New York eine große Retrospektive. Seine Arbeit inspirierte auch andere Filmemacher. So drehte 1997 Alexander Bohr den Dokumentarfilm „Ein Fremder in der Welt“ (A stranger in the world) über Paul Cox.
1983 wechselte Cox für einen Kollegen auf die andere Seite der Kamera: in Werner Herzogs’s Film „Wo die grünen Ameisen träumen“, der in Australien spielt, übernahm Cox eine Nebenrolle. Herzog revanchierte sich mit einem Auftritt in „Man of Flowers“.
„Man of Flowers“ wurde 1984 bei den Filmfestspielen von Cannes in der Sektion „Un Certain Regard“ uraufgeführt, erhielt im gleichen Jahr beim Valladolid Festival den Preis als „Bester Film“ und wurde noch einmal 1991 als „Bester ausländischer Film“ beim Filmfest in Warschau ausgezeichnet.

Auch Cox nachfolgender Film „My First Wife“ (mit Julia Blake und Charles Tingwell) wurde gleich mehrfach prämiert: 1984 wurde Cox als „Best Director“ beim „Rio de Janeiro Film Festival“ ausgezeichnet und gewann drei der begehrten „Australian Film Industry Awards“ und 1985 kamen noch zwei Auszeichnungen beim Houston Film Festival hinzu. „Cactus“ hatte 1986 ebenfalls in Cannes Premiere und Cox Doku-Drama „Vincent“, in dem John Hurt als Erzähler auftritt, gewann den Preis der Jury bei den Internationalen Istanbuler Filmtagen. „A Woman’s Tale“, eine sehr beeindruckende Arbeit über das Sterben und den Umgang mit dem Tod der krebskranken Schauspielerin Sheila Florence, gewann 1992 den großen Preis beim Internationalen Flämischen Filmfestival in Gent und sein Film „Exile“ wurde 1994 im Wettbewerb der Berlinale gezeigt.

In jüngerer Zeit hat sein Film „Molokai: The Story of Father Damien“, nicht zuletzt auch dank der renommierten Besetzung mit Kris Kristofferson und Peter O’Toole viel Aufmerksamkeit erhalten.

Das Drehbuch zu INNOCENCE entstand während der Dreharbeiten zu dem 3D-IMAX-Film „The Hidden Dimension“. Gerade hat Cox seinen jüngsten Film „The Diaries of Vaslav Nijinsky“ beim diesjährigen Toronto International Film Festival gezeigt.
 

Filmographie u.a.:
Diaries of Vaslav Nijinsky (2001)
Innocence (2000)
Molokai: The Story of Father Damien (1999)
The Hidden Dimension (1997)
Lust and Revenge (1996)
Exile (1994)
Nun and the Bandit, The (1992)
Woman's Tale, A (1991)
Island (1989)
Vincent (1987) ... aka Vincent: The Life and Death of Vincent Van Gogh (1987)
Cactus (1986)
My First Wife (1984)
Man of Flowers (1983)
Lonely Hearts (1982)
Inside Looking Out (1977) ... aka Two in the Family (1977)
Illuminations (1976)
 
 
 Julia Blake – Claire
1936 in London geboren, gehört Julia Blake zu den anerkanntesten Schauspielerinnen Australiens. Dreimal konnte sie bereits den „Award“ des Australia Film Institute in Empfang nehmen. Zweimal bekam sie diese Auszeichnung als beste Nebendarstellerin, für ihre Interpretation der Iya Zetnik in „Father“ – an der Seite von Max von Sydow – und für die Rolle der Cassidy in „Patrick“. Für die Fernsehserie „Eden’s Lost“ wurde sie als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet.

In den letzten Jahrzehnten hat sie unzählige Rollen für Film und Fernsehen übernommen. Für Paul Cox stand sie bereits in „Cactus“, „Lonely Hearts“, „Man of Flowers“ und „My First Wife“ vor der Kamera. „Es steckt eine beeindruckende Weisheit in Pauls Arbeit, sowohl in der Arbeit am Drehbuch als auch beim Drehen“, sagt sie.

Julia Blake bereitet sich sehr intensiv und sorgfältig auf ihre Rollen vor, was ihr den respektvollen Beinamen „One take Blake“ im Kollegenkreis eingebracht hat. Die Rolle der Claire war für sie etwas besonderes, denn Paul Cox hat ihr das Drehbuch gewissermaßen „auf den Leib geschrieben“.
„Ich erhielt das Drehbuch einige Zeit vor Drehbeginn. Die Rolle der Claire und ihr Rhythmus schienen sich ganz natürlich und fast wie von allein zu entwickeln.“ Die Vorbereitung auf ihre Rolle wurde dadurch vereinfacht, dass Terry Norris, mit dem sie seit über 30 Jahren verheiratet ist, auch im Film die Rolle ihres Ehemann übernehmen sollte. „Als feststand, dass Terry John spielen würde, wussten wir beide, dass Aspekte unserer eigenen Beziehung auch auf der Leinwand zu sehen sein würden.“

Der Film beschäftigt sich mit einem Thema, das man vielleicht als „das letzte Tabu“ bezeichnen kann, das Wiedererwachen der Sexualität im Alter. Für Julia Blake bedeutete dies, „dass wir, die Schauspieler, uns mit ganz wesentlichen Lebensumständen der Figuren auseinandersetzen mussten. Claire hat im Leben immer das richtige getan und nimmt sogar hin, dass in ihrer Ehe seit Jahren kein körperlicher Kontakt mehr stattfindet. Vor sich selbst verleugnet sie sogar ihre Wünsche und Bedürfnisse. Und dann trifft sie mit einem Mal ihre erste Liebe wieder und sieht sich mit ihrer wiedererwachenden Sexualität konfrontiert. Sie weiß nicht, ob sie der Situation, dem Gegenüber und sich selbst trauen kann, aber sie weiß, dass sie beides möchte: die Aufregung der wiederkehrenden ersten Liebe sowie das behagliche und vertraute Leben an der Seite ihres Ehemannes.“

Die Arbeit an INNOCENCE war eine wichtige Erfahrung für Julia Blake: „Es war für mich viel mehr als einfach einen Film zu machen. Es war, als würden wir ein kleines Stück Leben schaffen.“

Filmographie u.a.:

Innocence (2000)
Passion (1999)
Hotel de Love (1996)
Father (1989)
Georgia (1988)
Travelling North (1987)
Cactus (1986)
An Indecent Obsession (1985)
My First Wife (1984)
Man of Flowers (1983)
Loneley Hearts (1982)
My Brilliant Career (1979)
A Getting of Wisdom (1977)
Salome (1973)
 

Charles “Bud” Tingwell - Andreas
Charles „Bud“ Tingwell gilt in Australien als eine Ikone der Leinwand. Seine Schauspielkarriere umspannt mittlerweile mehr als ein halbes Jahrhundert. 1923 in Sydney geboren, begann er seine Filmkarriere kurz nach Ende des Zweiten Weltkrieges mit einer Rolle in „Always another Dawn“. In den darauffolgenden Jahrzehnten hat er an unzähligen Filmen mitgewirkt, unter ihnen „The Desert Rats“ (1952), „The Shiralee“ (1957), „Breaker Morant“ (1980) und „Malcolm“ (1986). In jüngerer Zeit war er in „The Wog Boy“, „The Craig“ und „The Castle“ zu sehen. In Deutschland konnte man ihn unlängst in „The Dish“ in der Rolle des Reverend Loftus bewundern. Tingwell hat darüber hinaus in vielen Fernsehserien mitgewirkt, wie z.B. „Emergency Ward 10“, „Homicide“ and „Prisoner“. Er hat sich aber auch als Regisseur von Fernsehserien, wie z.B. „The Sullivans“, „Acropolis Now“ und „The Flying Doctors“ einen Namen gemacht.
Unter den vielen Auszeichnungen, die er erworben hat, sind vor allem die Mitgliedschaft in der „Australian Hall of Fame“, der „Raymond Longford AFI Award“ und der „Honoured Artist’s Award for the City of Melbourne“ hervorzuheben.

„Es ist ein wunderbares Privileg, für dieses Filmprojekt ausgewählt worden zu sein. Es gab ein brillantes Drehbuch, einen brillanten Regisseur und alles, was ich zu tun hatte, war mich in Julia Blake zu verlieben“, sagt Tingwell über seine Arbeit zu INNOCENCE.
Während der Dreharbeiten gestand Tingwell dem Filmteam, dass die Bettszene mit Julia Blake die erste ‚richtige’ Film-Liebesszene in seinem Leben sein würde. Seine Nervosität war entsprechend groß, aber Paul Cox schaffte eine so ruhige und vertrauensvolle Atmosphäre auf dem Set, dass es für Tingwell zu einer außerordentlichen Erfahrung wurde, denn: „Es ist eine große Freude, eine so schöne Frau in den Armen halten zu dürfen.“

Über den Regisseur Paul Cox sagt der erfahrene Tingwell: „Wie er eine Szene vorbereitet ist brillant. Viele Regisseure drehen viel zu früh, aber Paul setzt nichts in Bewegung, solange nicht jeder Millimeter paßt und alles stimmig ist. Er gibt einem ein Gefühl von Vertrauen und Geborgenheit. Schauspieler arbeiten definitiv dann am besten, wenn sie dem, was sie tun, voll vertrauen können.“
 

Filmographie:

Charles “Bud” Tingwell hat in fast 50 Filmen mitgewirkt, u.a. in Paul Cox’ Film “My First Wife”
 

Terry Norris - John
Terry Norris ist einer der prominentesten Fernsehschauspieler Australiens, der auf eine Jahrzehnte dauernde Karriere zurückblicken kann. Zum Schauspiel kam Terry eher zufällig, denn seine Theaterlaufbahn begann er erst einmal hinter der Bühne als Techniker des Tivoli Theatre, Victoria. 1962 allerdings begann seine Karriere als Fernsehstar: er spielte die Hauptrollen in Fernsehserien wie „Cop Shop“ und „Bellbird“, die zu den meistgesehensten Sendungen Australiens gehören.

In den frühen 80er Jahren ging Terry in die Politik und wurde bei Landtagswahlen in das State Government gewählt. Von 1982 bis 1992 war er Parlamentsmitglied in Dandenong.
1992 kehrte er zum Schauspiel zurück und übernahm seitdem Hauptrollen in „Lucky Break“ (Paperback Romance), „Road to Nhill“ (1997) und „Bowl me Over“ (2000). In Deutschland war er auch in der Fernsehserie „Noah’s Ark“ (Arche Noah – das größte Abenteuer der Menschheit) zu sehen.

Terry Norris’ Interpretation von John macht den Film auf eine wundervolle Weise humorvoll. Seine Darstellung ist schlichtweg überwältigend: „Seine trockene Art, den John zu spielen, macht den entscheidenden Unterschied“, meint Julia Blake, „In diesem Film könnte John so leicht zum tragischen Opfer werden, aber wie Terry die Figur anlegt, ist John ein Opfer mit heftigen Gefühlsausbrüchen und einer guten Portion Komik.“

Terry hat in den 38 Ehejahren mit Julia in anderen Filmen sowohl ihren Vater als auch ihren Ehemann gespielt.
„Es war sehr mutig von Julia und Terry, sich auf dieses Unternehmen einzulassen“, meint Cox, „und es war auch nicht immer leicht für sie. Aber dies ist der friedlichste Film, den ich je gemacht habe. Die Harmonie im Filmteam war ausgezeichnet und so ließen sich auch schwierige Szenen und Momente überwinden. Terry ist ein wundervoller Mann und ein sehr guter Schauspieler.“
 

Filmographie:

Bowl me Over (2001)
Innocence (2000)
Mrs Craddock’s Complaint (1997)
Road to Nhill (1997)
Lucky Break (1994)
The Great McCarthy (1975)
Stork (1971)
 

Mark Patterson – Produzent
Mark Patterson hat sich bereits als Produzent von Dokumentarfilmen und Werbefilmen einen Namen gemacht. Er war Leiter der Filmentwicklung bei der South Australian Film Corporation (SAFC) und arbeitete für die kanadische Firma Rozon als Leiter der Projektentwicklung „Cinema City“. 1988 wurde er zum Direktor des Fames Film Festival in Australien ernannt. Darüber hinaus ist er Vorsitzender der South Australian Government’s funding agency, Filmsouth.

Für ihn war die Arbeit mit Paul Cox faszinierend und eine interessante Herausforderung: „Paul ist ein Arbeitstier und ein Künstler, der sehr klare Ansichten darüber hat, wie und warum er Filme dreht. Als er mir anbot, INNOCENCE zu produzieren, wusste ich sofort, dass dieses Projekt alles in den Schatten stellen würde, was ich bis dahin getan hatte. Ich halte dieses Drehbuch für eines der besten, die ich jemals gelesen habe. Und so war es eine große Aufgabe für mich, ein Umfeld zu schaffen, in dem Paul diesen Film so drehen konnte, dass sich seine Aura entfalten kann. Viel zu viel Zynismus regiert die Filmindustrie und daher ist es umso wichtiger, wenn Filme wie INNOCENCE ein wenig Unschuld und Freude dem Metier zurückgeben.“
 
 
Tony Clark – Kameramann
Der 1966 geborene Kameramann Tony Clark hat mit seinen Arbeiten bereits viele Preise gewonnen und eine Anzahl renommierter Filme gedreht. Er arbeitet häufig mit dem Regisseur Rolf de Heer zusammen, u.a. „The Quiet Room“ (1995) und „Dance Me to My Song“ (1997), die beide mit Erfolg im Wettbewerb der Filmfestspiele von Cannes gelaufen sind. 1999 drehte Tony Clark gemeinsam mit de Heer „The Old Man Who Read Love Stories”, mit Richard Dreyfuss in der Hauptrolle. Sein jüngster Film ist „Tempted“, mit Burt Reynolds in der Hauptrolle.

Mark Patterson sagt über den Kameramann Clark: „Der Stil und die Aura des Filmes zeigt, wie talentiert das Filmteam ist. Tony hat dem Film eine sehr warme und einladende Bildsprache gegeben.“

Filmographie:

Tempted (2001)
The Man Who Read Love Stories (2001)
Innocence (2000)
Cut (2000)
In a Savage Land (1999)
Siam Sunset (1999)
Dance Me to My Song (1998)
Epsilon (1995)