DREI AFFEN
Nichts hören – nichts sehen – nichts sagen

Regie - Nuri Bilge Ceylan

Nuri Bilge Ceylan wurde 1959 in Istanbul, Türkei, geboren und ist Regisseur, Drehbuchautor, Filmproduzent und Fotograf. Er hat einen Ingenieurabschluss der Bosporus-Universität von Istanbul und studierte danach zwei Jahre Film an der Mimar Sinan Universität in Istanbul. Er ist mit der Drehbuchautorin, Regisseurin und Schauspielerin Ebru Ceylan verheiratet. DREI AFFEN ist sein fünfter Spielfilm und nach IKLIMLER und UZAK bereits sein dritter Film, der in Cannes gezeigt wurde.

Filmographie:

2006 Iklimler / Les Climats / Climates / Jahreszeiten
2003 Uzak / Distant / Weit
1999 Mayis Sikintisi / Clouds of May / Bedrängnis im Mai
1997 Kasaba / The Small Town / Stadt
1995 Koza / Cocoon (Kurzfilm)

Anmerkung des Regisseurs

Schon seit meiner Jugend interessiert, fasziniert und erschreckt mich die unglaubliche Bandbreite der menschlichen Psyche. Mit Erstaunen habe ich festgestellt, dass in der Seele des Menschen ein Nebeneinander von Machthunger und der Fähigkeit zu vergeben, von Liebe und Hass, vom Interesse an hochgeistigen Gedanken und ganz banalen Dingen möglich ist. Das ist einer meiner größten Beweggründe, Filme zu drehen: der Wunsch, unsere innere Welt, die rational nicht erklärbar ist, zu verstehen.
Genau diese emotionale und psychologische Situation behandelt der Film, indem er die komplexen und gewalttätigen Beziehungen darstellt, die sich zwischen den vier Hauptdarstellern entwickeln. Ich habe versucht, die abstrakten Gedanken, Überzeugungen und Konflikte, die uns im Innern beherrschen, zu dramatisieren und ihnen durch die Figuren in der Geschichte Gestalt zu verleihen.
Was uns hier so neugierig werden lässt sind die Umwege und Abschweifungen, die das Ganze durcheinanderbringen und uns von der zentralen Handlung zu Nebenerzählungen führen. Zum Beispiel der Moment, in dem eine sehr furchtlose Person plötzlich weiche Knie bekommt vor Angst; oder wenn ein Angsthase plötzlich Mut beweist. Unser Ziel war es, durch diesen Film die Natur des Menschen und uns selber besser verstehen zu können.

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